Mai Kollektion: The Shape of Memories
Arbeiten von Lena Feitl, Ivie Isibor & Emilia Lichtenwagner
Es gibt Momente, die man nicht festhalten kann – nur zeichnen vielleicht. Flüchtig, fast zerbrechlich, versammelt The Shape of Memories 16 Arbeiten, die zwischen Beobachtung und Erinnerung entstehen: fließende Bilder, vage Formen und auch das, was noch im Begriff ist, seine Form zu finden.
Über die Kollektion
Im Mai präsentieren wir die Kollektion The Shape of Memories. Die Künstlerinnen Ivie Isibor, Lena Feitl und Emilia Lichtenwagner setzen sich mit Erinnerung, Wahrnehmung und Imagination auseinander. Ihre Werke bewegen sich zwischen Sichtbarem und Verborgenem, zwischen Form und Auflösung, und greifen dabei die Zartheit und Fragilität persönlicher Erfahrungen auf.
Die Arbeiten dieser Kollektion erzählen von Berührung, Resonanz und Nähe – von Momenten, die liebevoll festgehalten sind und gleichzeitig eine leise Verletzlichkeit in sich tragen. Pflanzliche Motive, Elemente von Wasser sowie Anklänge an Flora und Fauna verbinden sich mit abstrakten Formen. Sie schaffen eine Bildsprache, die sowohl organisch als auch introspektiv wirkt. Schmerz und Zärtlichkeit existieren nebeneinander – als Teil persönlicher, oft tagebuchartiger Erzählungen.
Lena Feitls skulpturale Zeichnungen sind Ausschnitte wie aus einem visuellen Tagebuch – flüchtige Skizzen, die den Moment unvermittelt festhalten. In ihrer fortlaufenden Serie „Fragmente des Seins“ überlagern organische Formen klare Konstruktionen und feine Linien, scheinbar intakte Strukturen beginnen langsam zu zerfallen. Es sind Bilder, die von Widersprüchen leben – und die zeigen, dass Zerfallen und Entstehen oft dasselbe sind, nur aus verschiedenen Richtungen betrachtet.
In Ivie Isibors Arbeiten fügen sich Fragmente älterer Monotypien neu zusammen – aus früheren Farbimpulsen und figurativen Visionen werden Bilder, die erst im Nachhinein ihre Stimmigkeit finden. Landschaften wie passing by (train view) vereinen Erinnerungen an Orte mit Stimmungen aus Tagträumen – Orte, die vielleicht so nie existiert haben, aber trotzdem vertraut sind.
Emilia Lichtenwagner hält das Alltägliche fest – um es zu untersuchen, zu sezieren, manchmal zu widerlegen. Ihre Monotypien entstehen in Serien und Abfolgen, als rhythmische Annäherung an das Wiederholen und Aufzeichnen. Jede Druckplatte hinterlässt Spuren auf der nächsten: ein unberechenbares Element, das die Arbeiten miteinander verbindet – wie Buchstaben in einem gemeinsamen Alphabet. Es ist eine Praxis, die Empathie für das Unspektakuläre hat. Die das Unauffällige ernst nimmt. Und die weiß, dass Humor und Traurigkeit oft denselben Ausgangspunkt haben.
The Shape of Memories lädt dich dazu ein, dir Zeit zu nehmen: für das Langsame, das Intime und das, was sich nicht sofort erschließt.
Über die Künstlerinnen
Lena Feitl
Lena Feitl ist eine österreichische multimedial arbeitende Künstlerin, die sich selbst in erster Linie als Zeichnerin versteht. Ihr Interesse am Zeichnen manifestiert sich in unterschiedlichen Materialien, vom klassischen Blatt Papier und Graphitstift, über Arbeiten auf Leinwand, bis hin zu fotografischen und skulpturalen Arbeiten, sowie Arbeiten auf Textil. Ihr inhaltliches Hauptinteresse gilt dem Unscheinbaren, dem Unmittelbaren, dem Zwischenraum, welchen man gerne übersieht. Sie absolviert derzeit ihr Masterstudium an der Universität für angewandte Kunst (MA Arts in Education) in Wien, wo sie auch ihren Bachelor in Kunst abgeschlossen hat.
Ivie Isibor
Ivie Isibor ist bildende Künstlerin lebt und arbeitet in Wien. Seit 2019 studiert sie Zeichnung und Druckgrafik an der Universität für Angewandte Kunst Wien. In ihren Arbeiten verbindet sie Malerei, Zeichnung und experimentelle Druckgrafik sowie analoge Animation zu poetischen, figurativen Bildwelten, die Beobachtung und Imagination miteinander verweben. Ihre Motive entstehen oft in Resonanz mit ihrer Umgebung und den Menschen, die ihr nahestehen. (Foto: Omono Isibor)
Emilie Lichtenwagner
Emilia Lichtenwagner studierte Bildende Kunst in Wien und in Chicago mit einem Fulbright-Stipendium. In ihrer Arbeit bewegt sie sich an der Schnittstelle von Humor und Traurigkeit und untersucht alltägliche Momente, deren Unspektakuläres sie mit Empathie und feiner Ironie betrachtet. Sie arbeitet vor allem mit Monotypien, die sie in Serien und Abfolgen entwickelt – als rhythmische Annäherung an das Wiederholen, Aufzeichnen und Widerlegen. Lichtenwagner druckt auf Stoff, Papier und Wände und versteht Monotypie als etwas, das zwischen Malerei, Zeichnung und Druck lebt. (Foto: Monika Müllner)
















