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Juli & August Kollektion: Staging

In unserer neuen Kollektion zeigen wir Werke von Lisa Breyer, Natalia Gurova und Samira Homayouni. Trotz ihrer unterschiedlichen künstlerischen Ansätze verbindet die Werke ein Interesse an Fragilität, Erinnerung und daran, wie aus einem Eindruck oder einer Beobachtung ein Bild entsteht.

Über die Kollektion

Was bedeutet es, eine Form zu zeigen, bevor sie sich vollständig zu erkennen gibt? In „Staging“ treffen drei künstlerische Positionen aufeinander, die sich mit dem Moment zwischen Erscheinung und Verschwinden beschäftigen. 

Natalia Gurovas skulpturale Arbeiten changieren zwischen Mensch, Tier und Abstraktion. Ihre „Micro Monuments“ wirken wie kleine, verwitterte Denkmäler – fragile Gegenpositionen zu den festen, autoritären Symbolen klassischer Monumentalität. Sie lenken den Blick auf das Übersehene und Verletzliche und eröffnen so andere Formen des Erinnerns.

Samira Homayouni arbeitet ohne klassischen Pinsel – ihre Bilder entstehen aus lichtempfindlichen, wasserbasierten fotochemischen Prozessen auf analogem Fotopapier. Während des Malens bleibt das Bild zunächst unsichtbar; es entwickelt sich erst über Zeit auf dem Papier und zwingt die Künstlerin zu schnellen Entscheidungen. Ihre Arbeiten entstehen aus dem Zusammenspiel von Absicht und Zufall — ein Bild, das sich erst in der Zeit formt, statt in einem Augenblick festgehalten zu werden.

Lisa Breyer geht von Skizzenbüchern und Beobachtungen aus, in denen Figuren Unsicherheit und Gleichzeitigkeiten zum Ausdruck bringen. Ihr malerischer Prozess ist geprägt von Suche, Aufbau und Zerstörung – das Scheitern versteht sie dabei als produktive Kraft. Entscheidungen bleiben in ihren Bildern nicht endgültig, sondern verschieben sich immer wieder. Malerei wird so zu einer Praxis der Fürsorge: zu genauem Hinschauen, das Zartheit zulässt.

Masken-haft, schemenhaft, gespenstisch: die Arbeiten der drei Künstlerinnen lassen sich als Bühne lesen, auf der Figuren, Formen und Gesichter ihre Rolle suchen. Zwischen Kulisse und Wesenheit, zwischen Schauspiel und Geste entsteht eine Sammlung, die das Inszenierte ebenso befragt wie das, was sich ihm entzieht.

Über die Künstlerinnen

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Lisa Breyer

Lisa Breyer ist eine deutsche Künstlerin, die in Wien lebt und arbeitet. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Klasse von Erwin Bohatsch und schloss ihr Diplom mit einem Würdugungspreis bei Michaela Eichwald und Thomas Winkler ab. Ihre Praxis ist in Malerei und Zeichnung verwurzelt und entwickelt sich durch eine fortlaufende Auseinandersetzung mit Prozess, Beobachtung und Entscheidung. Figuren, Formen und Räume erscheinen, lösen sich auf und kehren in veränderter Form zurück – Entscheidungen versteht Breyer dabei nicht als endgültige Setzungen, sondern als Bewegungen innerhalb eines offenen Prozesses.

Foto by Aslan Kudrnofsky

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Natalia Gurova

Natalia Gurova studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien Bildhauerei bei Julian Goethe. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Skulptur, Installation, Zeichnung und Recherche und befragt das Verhältnis von Fiktion, Geschichte und sozialen Strukturen. Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit liegt im Kuratieren und in kollaborativen Formaten, die Dialog und geteilte Autorschaft in den Mittelpunkt stellen – mit Projekten, die sich mit Migration, queeren Identitäten und der Politik der Erinnerung auseinandersetzen. Sie arbeitet mit Holz, Keramik, Metall und Fundmaterialien und untersucht Prozesse der Fragmentierung, Rekonstruktion und Neukontextualisierung.

Foto by Olga Shapovalova

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Samira Homayouni

Samira Homayouni ist eine iranische Künstlerin und lebt und arbeitet in Wien, wo sie an der Akademie der bildenden Künste studierte. Ihr Interesse gilt der Darstellung des Menschen, ohne dabei den Anspruch auf naturgetreue Wiedergabe einer bestimmten Person zu verfolgen. Ihre Werke entstehen intuitiv, indem sie nahezu unsichtbare Farbe in Form analoger Fotochemie auf analogem Fotopapier aufträgt. Dieser Ansatz erlaubt es ihr, Charaktere und Emotionen darzustellen, die mit ihren persönlichen und kulturellen Erfahrungen verbunden sind. Das entstandene Bild bleibt dabei offen für Interpretation. Im Zentrum steht stets der Bezug zum Menschen.

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Lisa Braid

Lisa Braid lebt und arbeitet in Wien. Ihr visuelles Denken wurde früh geprägt: durch ein Aufwachsen auf dem Land und die flimmernde Sogwirkung des Fernsehers. In Ölmalerei untersucht sie die Spannung zwischen Bewegung und Stille, zwischen Wachstum und Ungewissheit – und die sich stetig verschiebenden Dynamiken in Beziehungen und Emotionen. Manchmal reichert sie ihre Bilder mit Materialien an, die von Gedächtnis und Vergänglichkeit erzählen: Hausstaub, Asche aus dem Kamin, Eierschalen.

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Emma Peinopf

Emma Peinhopf arbeitet an der Schnittstelle von Alltag und Surrealem. In farbigen Bleistiftzeichnungen hält sie flüchtige Momente fest – und überführt sie in lebhafte, manchmal schräge Erzählungen. Neben diesen Momentaufnahmen schafft sie keramische Figuren und erfundene Charaktere: großäugig, übertrieben niedlich – und doch mit einem leisen Unterton aus Unbehagen oder Melancholie. In diesem Nebeneinander aus realen Begegnungen und imaginierten Wesen bewegt sich ihre Arbeit zwischen dem Vertrauten und dem leicht Verschobenen. Sie zeigt die Schönheit, den Humor und die Widersprüche menschlicher Begegnungen – ohne sie aufzulösen.

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Aslan Kudrnofsky

Aslan Kudrnofsky ist Fotografin. Sie lebt und arbeitet in Wien und Tirol. In ihrer Arbeit erkundet sie die Beziehung zwischen Menschen und Orten – wie sie sich gegenseitig formen, prägen, verändern. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt, auch wenn er nicht zu sehen ist. Sein Widerhall in den Räumen, die er gestaltet – und die ihn gestalten – ist immer spürbar. Wiederkehrende Motive in Kudrnofskys Arbeit sind Monochromie, Wiederholung, Dualität. Die Stille zwischen den Dingen. Ihr Werk umfasst analoge Klein- und Mittelformatfotografie, Fotocollagen, Lichtobjekte und Zeichnungen.

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